Das Gras des Grauens

Zur 117. US Open in Erin Hills…

Gute Golfplätze brauchen Geschichten, wenn sie große Kurse werden sollen, Anekdoten, Begebenheiten. Erst recht, wenn sie vor lauter Jugend noch keine Historie haben, die Mythen produziert und Legenden bildet. So wie Erin Hills. Die Story des Schauplatzes der 117. US Open nährt sich aus der Geschichte von Steve Trattner und Robert Lang. Trattner, einer wie du und ich, dessen Tagträume im Büroalltag als Programmierer um die ultimative Spielwiese kreisen, erkannte den „Genius Loci“ der vormaligen Rinderfarm. Lang, der es mit Kalendern und Grußkarten zu Wohlstand gebracht hatte und seinen Mitarbeitern – wiewohl selbst kein Golfer – immer schon einen 9-Loch-Parcours bauen wollte, machte daraus eine Major-Bühne. Mitten im Niemandsland von Wisconsin. Beide Männer erfüllten sich einen Traum, das Happy End freilich blieb ihnen versagt.

Irgendwo in Wisconsin: Erin Hills, unbekanntes Terrain als Schauplatz der 117. US Open.

Der Stoff, aus dem diese Träume waren, entstand vor „Äonen“, wie die US-Kollegen gern schreiben. Tatsächlich ists bloß 20.000 Jahre her, dass ein Gletscher durchs Land zog und bei seiner Auflösung eine sogenannte Kesselmoräne zurück ließ: Ein Auf und Ab aus Sand und Geröll, das sich am Rand des 4.525-Seelen-Kaffs Erin erstreckt wie ein zerwühltes Bettlaken nach einer Nacht voller intensiver Golfträume.

Golfplatz-Rohling im Nirgendwo

Mike Davis von der USGA jedenfalls fiel 2004 beim Anblick des Golfplatz-Rohlings die Kinnlade herunter. Trattner hatte Lang für das Projekt begeistert, der heuerte die Golfarchitekten Michael J. Hurdzan, Dana Fry und Ron Whitten an, sie entwarfen ein erstes Layout und versuchten Davis ins Nirgendwo zu locken. Der zierte sich lange, als er dann tatsächlich seinen Besuch ankündigte, mähte Bob Lang eilends provisorische Fairways aus, während das Designer-Trio Abschläge und Grüns markierte.


Was sonst noch bei der 117. US Open passiert und wichtig ist, findet sich hier:

US Open: Ein „Lefty“ und 15 Jäger spielen um 2,16 Millionen

Erin Hills: Noch ist der US-Open-Kurs ein Schaf im Wolfspelz

Paul Casey und Co.: Vier Engländer und Wiesberger für Europa

Kritik am Rough bei US Open: Rory McIlroy mosert gegen Motzer


Der USGA-Mann, damals schon für die US Open verantwortlich und heute operativer Boss des US-Golfverbands, war restlos begeistert. „Bei der Begehung dachte ich nicht nur daran, wie sich der künftige Platz für die weltbesten Golfer spielen würde“, erinnert sich Davis: „Ich sah überdies Parkplätze, Raum für Infrastruktur und Zuschauerwege.“

Die Architekten: Dana Fry, Michael J. Hurdzan und Ron Whitten schufen das Juwel Erin Hills.

Ein Kurs vom Reißbrett wurde aus dem „magischen Stück Land“ (Davis) dennoch nicht. Da war die Landschaft vor. Erin Hills ist ein minimalistisches, sehr urwüchsiges Design, wie es gerade wieder in Mode kommt, auch hierzulande, bei den Kreationen von Architekt Christian Althaus auf Föhr und fürs Hofgut Georgenthal beispielsweise.

In Wisconsin schöpften die Platzplaner aus einem reichen Fundus an potenziellen Golfbahnen zwischen Buckeln und Quasi-Dünen, von der Natur in die Gegend gegossen. Sie mussten es bloß auf sinnvolle Art und Weise kombinieren und golferisch „aufmotzen“, sprich Bunker ausheben und Golfrasen einsäen. Festuca übrigens, jenes nachhaltige, weil in puncto Wasser und Düngung so genügsame Schwingelgras.

Es gibt Leute, die jetzt an einen Linkskurs denken, womöglich von einem Inland-Links sprechen, wegen der fehlenden offenen See, was für eine absurde, in sich widersprüchliche Wortschöpfung. Aber, zugegeben, Erin Hills sieht auch in jeder Ecke einem Linkskurs täuschend ähnlich. Nur die offene See fehlt halt, eine unabdingbare Zutat für diese Definition. „Heidelandplatz“, nennt Architekt Hurdzan sein Juwel.

Sechster öffentlicher Platz der US-Open-Historie

Die Eckdaten sind schnell genannt: ein öffentlicher, reiner Fußgänger-Platz, der sechste im Reigen aller US-Open-Kurse und erstmals seit Pebble Beach 2010 wieder ein Par 72. Das Greenfee kostet 280 Dollar. Den Zuschlag gab‘s 2010, damit ist Erin Hills der jüngste US-Open-Schauplatz – und der längste. 7.048 Meter, rund zwölf Meter mehr als Chambers Bay 2015, den selbst die European Tour damals einen „authentischen Links auf Anabolika“ nannte, aber längst nicht ausgereizt. 7.633 Meter sind drin, die USGA wird das Layout indes nicht komplett einsetzen, die Distanzen einiger Löcher jedoch von Tag zu Tag variieren.

Nackte Zahlen, nüchternen Fakten, graue Theorie, die der Realität nicht gerecht werden. „Entscheidend is auf‘m Platz“: Erin Hills wogt. Auf jedem Meter. Ebener Stand und flache Balllagen sind so schwierig zu finden wie die Nadel im Heuhaufen. Apropos: Das kniehohe Festuca-Gemisch entlang der Fairways ist ein Ballschlucker, „so dicht, dass die Spieler ihre Caddies darin verlieren werden“, unkte Graeme McDowell. Prompt avancierte der arme Schwingel, der doch bloß wachsen, gedeihen und blühen will und dafür die Sonne und den Regen der vergangenen Wochen in Wisconsin dankend annahm, zum Gras des Grauens.

Teuflische Bunker

Schläge aus dem Rough sind echte Belastungsproben für Mensch und Material. Der Wind pfeift oft mächtig und ungehindert, nur ein knappes Dutzend alter Eichen verteilt sich im Gelände. Es gibt 14 blinde Schläge, die Fairways sind knubbelig, die Grüns ebenso puristisch wie makellos. All das zehrt an der Kondition. Wenigstens wird dieses US Open keine solche altbackene und ausgedörrte Angelegenheit wie Chambers Bay 2015, um diese Jahreszeit regnet es zu oft in Wisconsin. Dafür sind die Bunker schlichtweg teuflisch.

Belastungsprobe: Erin Hills ist struppig, knubbelig, ein 7.000 Meter langes, anstrengendes Auf und Ab.

Rund 100 zusätzliche Sandhindernisse, die niemand wollte, kratzte Robert Lang höchstpersönlich noch aus den Wellen in und entlang der Fairways, obwohl die USGA den Platz längst akzeptiert hatte. Aus seiner Passion war Besessenheit geworden. Er lieh sich Geld, erwarb zusätzliche Flächen, die niemand brauchte, um sein „Reich“ weitläufiger zu gestalten, kaufte sogar Häuser auf umliegenden Hügelkuppen und ließ sie zugunsten eines unverbauten Ausblicks abreißen.

Initiatoren im Abseits und im Gefängnis

300.000 Dollar hätten beispielsweise die vom Verband angeregten Modifikationen fürs Set-up hinsichtlich großer Turniere gekostet, Langs Obsession für zusätzliche Erschwernisse kostete ihn das achtfache. Und letztlich Erin Hills. 2009 überschrieb er „sein Baby“ für 10,5 Millionen Dollar dem Finanzmakler Andy Ziegler aus dem rund 56 Kilometer entfernten Milwaukee. Der ließ die Bausünden umgehend bereinigen, schon für die US Amateur Championship 2011 – mit einem gerade 18 gewordenen Jordan Spieth übrigens –, während Lang seither zuhause sitzt, in Erinnerungen schwelgt, Kurzgeschichten schreibt und abseits steht, wenn sein Traum wahr wird. Dennoch will der 72-Jährige die US Open „um keinen Preis der Welt verpassen“.

Steve Trattner (55), ehemaliger Programmierer und designierter Clubmanager, freilich kann nicht kommen. Der eigentliche Initiator von Erin Hills verbüßt eine 35-jährige Haftstrafe, er hat seine Ehefrau Sin Lam, die Mutter von zwei gemeinsamen Kindern, im Januar 2006 bei einem Trennungsstreit erdrosselt.

 

 

Wentworth: Das Wimbledon des Golfsports

Über den Schauplatz der BMW PGA Championship…

Wentworth ist britisches Empire. Irgendwie. Das zinnengeschmückte Clubhaus hat was von einem Kastell, gotischer Stil. Auf der Terrasse servierte vor nicht allzu langer Zeit noch ein bärtiger Sikh mit Turban den „Afternoon Tea“. Samt Scones mit „clotted cream“, Erdbeermarmelade und Gurken-Sandwiches. Loch 19 heißt Burma Bar, auf der Karte steht auch ein Cocktail namens „Call me Old-Fashioned“ („Nenn mich altmodisch“). Das Commonwealth lässt grüßen. Vielleicht liegt es daran, dass Schloss Windsor quasi um die Ecke liegt, königlich bewohnt seit fast 1.000 Jahren.

Heimspiel der European Tour: Die BMW PGA Championship im Wentworth Club. Foto: European Tour

Private Enklave im Londoner Speckgürtel

Der Wentworth Club, wo jetzt wieder die PGA Championship steigt, ist eine private Enklave im südwestlichen Speckgürtel von London. Man lebt in den Wentworth Estates, im sportlichen Angebot sind neben Golf auf drei 18-Loch-Parcours und einem 9-Loch-Kurzplatz auch Tennis, Schwimmen und Fitness/Spa. Postalisch gehört alles zu Virginia Water, der ersten Gemeinde außerhalb Londons mit durchschnittlichen Haus-Preisen von über einer Million Pfund (ca. 1,3 Millionen Euro) . Von Wentworth aus dirigiert auch Keith Pelley als Geschäftsführer und mit Hilfe von rund 160 Mitarbeitern die Geschicke der European Tour. Es gab schon mit der Einführung des Race to Dubai immer mal Pläne, im Wüstenstaat ein neues Hauptquartier zu bauen, aber das scheiterte an den Kosten. Und wohl auch an der Verbundenheit mit Wentworth. Weiterlesen

Europa muss den „Henkelmann“ bei den Amis lassen

Nachlese zum 41. Ryder Cup im Hazeltine National Golf Club …

Nach acht Jahren und drei Niederlagen in Serie gehört der Ryder Cup bis 2018 jetzt wieder dem Team USA. Mit drei Punkten Rückstand aus den Vierern in die abschließenden Einzel gestartet, war Europa zu keinem Zeitpunkt des Sonntags der Titelverteidigung wirklich nahe und muss den kleinen goldenen „Henkelmann“ bis Paris 2018 bei den Amis lassen. Dennoch erscheint das letztliche 17:11 für „Team Rot“ deutlicher, als die Auseinandersetzung angesichts einiger knapper Duelle wie denen von Justin Rose gegen Rickie Fowler oder Chris Wood gegen Dustin Johnson wirklich verlief.

Vor allem zwei epische, mitreißenden Duelle

Gekennzeichnet war der Schlusstag im Hazeltine National Golf Club jedoch vor allem von den epischen und mitreißenden Zweikämpfen zwischen Rory McIlroy und Patrick Reed mit dem geringfügig besseren Ende für den US-Profi sowie zwischen Sergio Garcia und Phil Mickelson, die das Match nach insgesamt 19 Birdies und jeweils 63 Schlägen (neun unter Par) schließlich teilten.

Tied an epic duel: Phil Mickelson and Sergio Garcia

Auch Martin Kaymer gestaltete sich einen versöhnlichen Abschluss des Kontinentalwettstreits. Nach drei Niederlagen in den Vortagen und einen anfänglichen Drei-down-Rückstand schlug der Rheinländer den amerikanischen Olympiadritten Matt Kuchar doch noch mit „1 up“ und holte so den elften und letzten Punkt für Europa. Der 41. Ryder Cup war zu diesem Zeitpunkt freilich längst entschieden, nachdem ausgerechnet Ryan Moore, Empfänger der vierten und letzten US-Wildcard, den insgesamt schwach und unglücklich agierenden europäischen „Pick“ Lee Westwood doch noch niedergerungen hatte. Weiterlesen

Europa braucht wieder mal ein Wunder, eins wie 2012!

 

Zum Finaltag des 41. Ryder Cup im Hazeltine National Golf Club …

Ein entfesselter Rory McIlroy als Motor und Punktegarant des europäischen Teams, ein an der Seite des Weltranglistendritten grandios debütierender Thomas Pieters sowie aufkeimende Kritik an Lee Westwood, Martin Kaymer und damit letztlich auch an Kapitän Darren Clarke: Das sind die Schlaglichter vor dem„Showdown“ in Hazeltine. Mit einem Drei-Punkte-Rückstand geht der Titelverteidiger aus der alten Welt in die abschließenden Einzel. Nur fünf Zähler braucht Gastgeber USA für den Gewinn des Ryder Cups nach drei Niederlagen in Serie, deren 7,5 benötigt„Team Blau“, um den goldenen „Henkelmann“ wieder mit heim zu nehmen.

Rory McIlroy

„Play it again, Martin!“

Clarke bietet seine Besten gleich zu Beginn auf, McIlroy, Henrik Stenson, Pieters, Justin Rose, es geht ums vielzitierten Momentum nach der Vierball-Pleite von Freitag Nachmittag mit nur einem Sieg, der Skipper will die Amerikanern direkt das Fürchten lehren. Doch US-Pendant Davis Love III hat’s geahnt und hält mit Patrick Reed und Jordan Spieth zuvorderst dagegen. Kaymer ist in der vorletzten Partie gesetzt, soll gegen Matt Kuchar spielen. Und sofern dieses 41. Kontinentalduell bis dahin nicht schon entschieden ist, kann nach seinem Siegputt von Medinah 2012 die Devise nur lauten:„Play it again, Martin!“

Sonst noch Wissenswertes zum dritten Tag in Hazeltine:

Empörung bei Rory McIlroy: US-Fans bei Ryder Cup daneben

Allerlei aus Hazeltine: Europas Kapitän ist optimistisch und McIlroy begeistert von Pieters, dazu kritische und aufmunternde Töne vor dem Finale beim Ryder Cup 2016.
Sie grölen und pöbeln, bejubeln missglückte Schläge der Gäste und brüllen Schimpfworte in Richtung Europa: Selbst die US-Medien konstatieren den Fans in Hazeltine ein schlechtes Benehmen, wie es bislang in dieser Form beim Ryder Cup nicht vorgekommen sei. Unschöner Höhepunkt war gestern Nachmittag eine Schimpfattacke gegen Rory McIlroy. >>>

Weitere Informationen zum 41. Ryder Cup finden sich hier:

Darren Clarke: „Ich bin ungeheuer stolz auf meine Jungs!“

Allerlei vom Ryder Cup: Kaymer und Willett hatten einen „harten Tag“, McIlroy lädt Fans „zur Show“ und Arnold Palmer ist überall. >>>

Dynamit für Hazeltine: Willetts Bruder beschimpft US-Fans

Allerlei vom Ryder Cup: Entsetzen bei Kapitän Clarke, McIlroy ist Punkte-Favorit, Mickelson sorgt bei Amerikanern für Aufregung. >>>

Pärchenspiele in Hazeltine: Rose und Stenson als Eisbrecher?

Love III und Mickelson sind voll des Lobes für den Vize-Kapitän. Montgomerie fürchtet einschüchternde Wirkung auf Europas Rookies beim Ryder Cup 2016. >>>

„Oh Käpt‘n, mein Käpt‘n“: Repräsentant und Blitzableiter

Was sind die Aufgaben des Ryder-Cup-Teamchefs, welchen Einfluss hat er wirklich? Vom peniblen Langer bis zum abgewatschten Watson. >>>

Ryder Cup in Hazeltine: Am See wollen die Amis ihre Revanche

Der Schauplatz des 41. Kontinentalwettstreits ist ein mächtiger, langer und hügeliger Kurs. Außerdem nass – auf neun Löchern ist Wasser im Spiel. >>>

Und im Blog:

„Match mit herzlichem Einfluss auf die zivilisierte Welt“

Cup-Gründer Samuel Ryder: Umtriebiger Kaufmann, engagierter Philanthrop …
Die Trophäe ist golden, aber klein, 43 Zentimeter nur hoch, 22,8 Zentimeter von Henkel zu Henkel und 1,8 Kilogramm schwer. Ein „Pokalchen“ eher. Doch alle zwei Jahre elektrisiert der Ryder Cup die Golfwelt, und sein Schöpfer wäre begeistert über die Aufmerksamkeit, die dem professionellen Golfspiel zuteil wird. >>>

 

41st Ryder Cup Matches, Tee 1

Das „Imperium“ hat zurückgeschlagen

Zum zweiten Tag des 41. Ryder Cup im Hazeltine National Golf Club …

Beinahe wäre es ein „schwarzer Freitag“ geworden, als das Team USA seine Gäste aus Europa bei den Foursomes zum Auftakt dieses 41. Ryder Cup sang- und klanglos mit 4:0 abfertigte, immerhin eine traditionelle Stärke des „blauen Imperiums“, das acht der zehn letzten Kontinentalduelle gewonnen hat. Doch nach dem Mittagessen rappelten sich die „tief enttäuschten“ (Kapitän Darren Clarke) Titelverteidiger auf und machten ihren Skipper mit drei Siegen in den Fourballs sehr stolz auf meine Jungs, die enormen Willen bewiesen haben“.

Den Schlusspunkt des europäischen Comebacks setzte Rory McIlroy, der Weltranglistendritte spielte auf Loch 16 ein standesgemäßes Eagle und reagierte anschließend sehr eindeutig auf die feindselige Atmosphäre“ (McIlroy) in Hazeltine:

Rory McIlroy

Verlierer des Tages freilich war Martin Kaymer, der seinen klassischen Vierer mit Sergio Garcia ebenso verlor wie den Bestball mit Danny Willett, von insgesamt 30 gespielten Löchern nur zwei gewann, anschließend einen „harten Tag“ beklagte, „an dem die Putts nicht richtig fallen wollten“, und mit einer neuen Ryder-Cup-Bilanz von vier Siegen, fünf Niederlagen und drei Unentschieden mindestens heute Vormittag pausieren muss. Manchen Medien haben den „Captain’s Pick“, der seit seinem zweiten Major 2014 nichts mehr gewonnen hat, schon als Fehlgriff von Darren Clarke ausgemacht.

Sonst noch Wissenswertes vor dem zweiten Tag des Kontinentalduells:

Darren Clarke: „Ich bin ungeheuer stolz auf meine Jungs!“

Allerlei vom Ryder Cup: Kaymer und Willett hatten einen „harten Tag“, McIlroy lädt Fans „zur Show“ und Arnold Palmer ist überall.
Bis zum Mittagessen sah‘s nach einem „schwarzen Freitag“ aus, doch dann drehte Europa die 0:4-Abfuhr aus den Foursomes mit einem furiosen Vierball-Comeback in einen halbwegs verträglichen 3:5-Rückstand um. Und Darren Clarke, der Kapitän des blauen Teams, gestattete sich ein erleichtertes Aufatmen: „Ich bin ungeheuer stolz auf meine Jungs. Sie waren beim Mittagessen tief enttäuscht, aber haben heute Nachmittag eine ganz große Vorstellung abgeliefert und ein riesiges Maß an Willen bewiesen.“ >>>

Weitere Informationen zum 41. Ryder Cup finden sich hier:

Dynamit für Hazeltine: Willetts Bruder beschimpft US-Fans

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„Match mit herzlichem Einfluss auf die zivilisierte Welt“

Cup-Gründer Samuel Ryder: Umtriebiger Kaufmann, engagierter Philanthrop …
Die Trophäe ist golden, aber klein, 43 Zentimeter nur hoch, 22,8 Zentimeter von Henkel zu Henkel und 1,8 Kilogramm schwer. Ein „Pokalchen“ eher. Doch alle zwei Jahre elektrisiert der Ryder Cup die Golfwelt, und sein Schöpfer wäre begeistert über die Aufmerksamkeit, die dem professionellen Golfspiel zuteil wird. >>>

41st Ryder Cup Matches at Hazeltine

The 41st Ryder Cup Matches are under way

Zum Auftakt im Hazeltine National Golf Club …

Schluss mit Geplänkel und Vorfeld-Scharmützeln, der Ryder Cup 2016 ist im Gange, im Hazeltine National Golf Clubs hat Europas Olympiasieger Justin Rose die Vormittags-Foursomes eröffnet. Aktuelle Nachrichten zum Auftakt >>>:

Dynamit für Hazeltine: Willetts Bruder beschimpft US-Fans

Allerlei vom Ryder Cup: Entsetzen bei Kapitän Clarke, McIlroy ist Punkte-Favorit, Mickelson sorgt bei Amerikanern für Aufregung.
Unruhe im europäischen Team: Auslöser ist Pete Willett, Bruder von Masters-Champion Danny Willett, der sich im englischen Online-Magazin „National Club Golfer“ zum Ryder Cup äußerte und dabei in derben Worten über die US-Fans herzog. >>>

Weitere Informationen zum 41. Ryder Cup finden sich hier:

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„Match mit herzlichem Einfluss auf die zivilisierte Welt“

Cup-Gründer Samuel Ryder: Umtriebiger Kaufmann, engagierter Philanthrop …
Die Trophäe ist golden, aber klein, 43 Zentimeter nur hoch, 22,8 Zentimeter von Henkel zu Henkel und 1,8 Kilogramm schwer. Ein „Pokalchen“ eher. Doch alle zwei Jahre elektrisiert der Ryder Cup die Golfwelt, und sein Schöpfer wäre begeistert über die Aufmerksamkeit, die dem professionellen Golfspiel zuteil wird. >>>

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„Match mit herzlichem Einfluss auf die zivilisierte Welt“

Cup-Gründer Samuel Ryder: Umtriebiger Kaufmann, engagierter Philanthrop …

Die Trophäe ist golden, aber klein, 43 Zentimeter nur hoch, 22,8 Zentimeter von Henkel zu Henkel und 1,8 Kilogramm schwer. Ein „Pokalchen“ eher. Doch alle zwei Jahre elektrisiert der Ryder Cup die Golfwelt, und sein Schöpfer wäre begeistert über die Aufmerksamkeit, die dem professionellen Golfspiel zuteil wird. Genau das hatte Samuel Ryder im Sinn, als er seinen berühmten Pokal auslobte. Gleichzeitig setzte der Engländer damit einem Freund und Vorbild ein Denkmal. Aber der Reihe nach.

The 41st Ryder Cup Matches at Hazeltine/Minnesota

Golf als Therapie gegen Burn-out

Ryder (24. März 1858 bis 2. Januar 1936), der Sohn eines Gärtners und Saatguthändlers, war ein Selfmademan. Er brach eine Lehrerausbildung wegen seines schlechten Gesundheitszustands ab, arbeitete bei einer Versandfirma in Manchester, später bei einem Mitbewerber seines Vaters im Baumschul- und Saatgutgeschäft nahe London. In den 1890er-Jahren schließlich begann er mit dem Versand von Blumensamen in Papiertütchen, den sogenannten „Penny Packets“, die per Post verschickt wurden und eben nur einen Penny kosteten, damit konkurrenzlos billig waren.

Samuel Ryder

Bei all seiner geschäftlichen Umtriebigkeit war Ryder das, was man heutzutage vermutlich einen Gutmenschen nennen würde. Der gläubige Christ engagierte sich in der Pfarrgemeinde seines Heimatorts St. Albans, war die treibende Kraft hinter einem Kirchenneubau und später Diakon, ließ sich 1903 in den Stadtrat wählen und wurde 1905 sogar Bürgermeister des Städtchens nördlich von London. Bloß von Golf war nie die Rede. Ryder war Cricket-Fan – und im Alter von 50 Jahren kurz vor dem Burn-out.

Sein Freund Frank Wheeler wusste Rat: „Du solltest Golf spielen. Da kommst Du an die frische Luft und auf andere Gedanken.“ Gesagt, getan, Ryder kaufte sich ein Lehrbuch des großen Harry Vardon, legte in seinem Garten und auf angrenzendem Gelände ein Übungsloch an, engagierte den Golflehrer John Hill und trainierte ein Jahr lang, bevor er 1910 im örtlichen Verulam Golf Club um Aufnahme bat.

Binnen kurzer Zeit spielte Ryder sich auf Handikap sechs runter und saß – was Wunder – alsbald auch im Vorstand. Nebenbei unterstützte er den Club als Mäzen, war 1911, 1926 und 1927 zudem Kapitän. Also wieder mal mittendrin, statt nur auf Frischluft-Tour.

Turnier-Sponsor und Förderer von Professionals

Beim Golf fand Ryder auch einen neuen Verwendungszweck für die Früchte seines geschäftlichen Erfolgs. Ursprünglich wollte er sein Vermögen der Kirche stiften, doch die Golfprofessionals erweckten seine Aufmerksamkeit. Als „Handlanger“ der Clubs und des Amateur-Establishment fristeten sie ein Schattendasein von gesellschaftlich fragwürdigem Status. Also engagierte sich Ryder als Sponsor, unterstützte Profi-Turniere und förderte Professionals.

Einer hatte es ihm besonders angetan: Abe Mitchell. Der Engländer gehörte zu den besten Spielern seiner Zeit, gewann im Lauf seiner Karriere 18 Profiturniere und landete acht Mal in den Top Ten der Open Championship.

Internationales Match nach Vorbild des Walker Cups

Von Mitchells Charisma fasziniert, engagierte ihn Ryder als Golfberater. Aber er hatte nicht nur Mitchells Golf-Laufbahn im Sinn: Ryder dachte, analog zum seit 1922 ausgetragenen Walker Cup für Amateure, über ein internationales Match für Berufsgolfer nach, um auch die Professionals ins Rampenlicht zu rücken. Und Mitchell war sein Verbindungsmann zur britischen PGA und nicht zuletzt zur amerikanischen Profi-Szene um den schillernden Walter Hagen.

Ganz nebenbei hatte der Philanthrop, für den Golf „das Beste im Menschen zutage fördert“, auch noch die Weltrettung im Sinn: „Ich bin überzeugt, dass dieses Match einen herzlichen, freundlichen und friedlichen Einfluss auf die gesamte zivilisierte Welt haben wird.“

Die Silberschmiede Mappin & Webb in Sheffield fertigten für 100 Guineas (das wären heute 127 Euro) den passenden Pokal. Seinen Deckel ziert bekanntlich ein Golfer in Ansprechposition: Es ist Ryders Mentor Abe Mitchell.