Heitere Klänge fürs „Hochamt“ in Augusta

Das 79. Masters hat begonnen …

Es ist ein leichtes, heiteres, melodisches Geklimpere und Gezupfe – und wohl die weltberühmteste Erkennungsmelodie eines Sportereignisses. Wie das Major und sein „himmlischer Platz“ (Altmeister Gary Player), so ist auch die Melodie zum Masters ein Evergreen. Nicht ganz so tradiert wie das seit 1934 an gleicher Stelle ausgetragene Turnier, aber immerhin erklingt „Augusta“ seit nunmehr über 30 Jahren.

Augusta Clubhaus

Augustas Clubhaus in der Dämmerung: Fama und Fakten. Foto: http://www.masters.com

1981 fiel dem amerikanischen Songschreiber Dave Loggins, um drei Ecken verwandt mit dem wesentlich berühmteren Sänger Kenny Loggins und Musiklieferant u. a. für Country-Star Kenny Rogers, die Notenfolge ein. Beim ersten Besuch des Masters, an Loch 14, genannt „Chinese Fir“, dem Botaniker auch als „Spießtanne“ oder „Cunninghamia lanceolata“ bekannt. Weiterlesen

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„Der Kleinstadt-Boy hat jetzt zwei Green Jackets!“

Was vom Masters übrig blieb …

Das passt zu Bubba Watson: Bei einem entspannten Championsdinner im „Waffle House“ um die Ecke ließ der frisch gebackene Masters-Sieger mit Frau Angie und Freunden den Tag ausklingen, während Klein-Caleb wahrscheinlich schon friedlich schlummerte.

Als die gefüllten Waffeln auf den Tellern lagen, hatte der 35-jährige Linkshänder auch seine Gefühle im Griff, nachdem im Augenblick des Triumphs die Tränen geflossen waren: „Ich kann mich an die letzten Löcher gar nicht wirklich erinnern. Nur daran, dass es diesmal etwas einfacher war als 2012.“ Watson ist nunmehr der 17. Mehrfach-Gewinner in der Masters-Geschichte. Er selbst beschreibt das so: „Ein Kleinstadt-Boy namens Bubba hat jetzt zwei Green Jackets. Das ist der Hammer!“

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Flitterwöchner, ein Januskopf & drei Titanen auf Reise

Was vom ersten Masters-Tage übrig blieb …

Wenn das eine Frage ist: Bloß noch die Hälfte der top-gesetzten Spieler! Fünf von zehn Buchmacher-Favoriten haben sich in Runde eins des 78. Masters schon aus dem Rennen ums „Green Jacket“ geschossen. Wahrscheinlich, so sie denn nicht vor dem Cut noch zu großer Form anlaufen. Allen voran die beiden Johnsons, Zach (Sechs über Par) und Dustin (+5). Auch Phil Mickelson, der in Augusta schon drei Mal gewann, gehört nach seiner Auftakt-76 zu den unsicheren Wochenend-Kantonisten. Ebenso Jason Day, der zwar Tipp des Autors war, indes über eine 75er-Umlauf nicht hinaus kam, weil er offenbar immer noch von seinem verletzten linken Daumen malträtiert wird. Das Quintett macht Sergio Garcia voll, der sich bei Zwei über Par aber durchaus noch über die Cut-Linie retten könnte.

Top-Team im Honeymoon

Vorne auf dem Masters-Leaderboard hingegen wandelt Bill Haas mit der Tagesbestmarke von 68 Schlägen für den Par-72-Kurs in familiärer Tradition. Den 31-Jährigen hat nicht wirklich jemand ganz oben auf der Rechnung. Dabei ist Haas erblich erheblich vorbelastet. Sein Vater Jay spielte 22 Masters, seine beiden Onkel Jerry Haas und Dillard Pruitt (mütterlicherseits) traten in Augusta an, und sein Großonkel Bob Goalby durfte sich 1968 sogar in das berühmte grüne Sakko helfen lassen.

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Der Par-3-Contest: „Familienaufstellung“ beim Masters

Mr. Supercool Himself: Tucker Moore und Papa Ryan. Foto: Rob Carr | Getty Images Sport

Mr. Supercool Himself: Tucker Moore und Papa Ryan. Foto: Rob Carr | Getty Images Sport

Alle Jahre wieder ist der traditionelle Par-3-Contest am Masters-Mittwoch so ‚was wie eine Familienaufstellung: Die Masters-Teilnehmer bringen Frau oder Freundin, Kind und Kegel in weißen Caddie-Overalls mit auf den Kurzplatz von Augusta National und versuchen, bei dem Mini-Turnier mit hohem Spaß-Faktor möglichst nicht ganz vorne zu sein. Denn noch nie hat der Sieger des Par-drei-Wettbewerbs danach auch das Masters gewonnen.

Der Foto-Freigabe von GettyImages für nichtkommerzielle Blogs sei Dank, hier die schönsten Motive vom Familiennachmittag in Augusta:

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Bob Jones: „Gesicht eines Engels, Gemüt eines Wolfs“

Über den größten Golfer seiner, wenn nicht aller Zeit, den Mitbegründer von Augusta National und Masters …

Silberwaren: Bob Jones 1930 mit den Trophäen des Grand Slam. ©: mib

Kostbare Silberwaren: Robert Tyre Jones Jr. 1930 mit den Major-Trophäen seines Grand-Slam-Triumphs. ©: mib

Es gibt wohl kaum einen Sportplatz auf der Welt, der so mit einer Person verbunden ist wie Augusta National mit Bobby Jones. Wobei: Niemand nannte ihn „Bobby“ zu seiner Zeit, allenfalls Bob, zumeist war er Mr. Jones, Sir. Wie auch immer, sein Name steht für einen herausragenden Kurs und ein einzigartiges Turnier, aber zuvorderst für feinstes Golfspiel und untadeligen Sportsgeist. Genau deshalb hat der Golf-Held aus Georgia auch stets betont, dass er gar nicht die treibende Kraft hinter Augusta und dem Masters gewesen sei. Jones träumte zwar von alldem, war aber viel zu bescheiden, um sich derart hervorzutun.

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Allerlei zum Masters: Der Club, das Turnier …

Eine ge- und auch ziemlich verschlossene Gesellschaft

Bobby Jones‘ Partner Clifford Roberts übernahm 1934 als Direktor und späterer Präsident das Kommando und regierte den Augusta National Golf Club bis 1976. Der dünkelhafte New Yorker Börsianer legte das Fundament für eine erzkonservative und rigide Haltung, die den elitären Zirkel bis heute zu einer geschlossenen und auch ziemlich verschlossenen Gesellschaft macht. Wer der auf rund 300 Mitglieder limitierten Gilde beitreten darf, das wird intern ausgeguckt. Neuzugänge werden berufen. Bewerben geht gar nicht. Im Gegenteil. Derartige Dreistigkeit ist der sicherste Weg, keine Einladung zu bekommen. Bill Gates, der Microsoft-Patron, hat mal geäußert, er wäre gern dabei. Prompt wurde er für Jahre ignoriert. 2002 kam die ersehnte Post dann doch. Es wird kolportiert, Linde-AG-Chef und Ex-Auto-Manager Wolfgang Reitzle sei das einzige deutsche Mitglied. Weiterlesen

Allerlei zum Masters: Die Anfänge …

Ein bockiges Duo macht sein Ding

Das heute als Masters zu fast mystischer Bedeutung verklärte Hochamt im Augusta National Golf Club verdankt seine Entstehung pikanterweise der Starrköpfigkeit des US-Golfverbands USGA, klimatischen Besonderheiten und der Bockigkeit von Bobby Jones und Clifford Roberts. Die Gründerväter von Augusta National wollten auf ihrem schönen neuen Platz am liebsten die US Open austragen. Die finden aber von jeher im Juni oder Juli statt – eine Jahreszeit, in der Georgia unter extrem schwüler Hitze stöhnt. Und weil die USGA partout keine Terminänderung gestatten wollte, schlug Roberts seinem Partner sinngemäß vor: „Dann machen wir halt unser eigenes Ding und laden dazu die besten Golfer, die Masters eben, ein. Ätsch, USGA!“ Das erste „eigene Ding“ stieg am 22. März 1934, irgendwann pendelte sich der Austragungstermin dann auf die erste volle Woche im April ein.

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