Phil Mickelsons „herzerweichender“ Moment

Zum zweiten Tag der 145. Open Championship …

Die Kollegen bei „Golf Digest“ haben geschrieben, Phil Mickelson hätte „mit der Golfgeschichte geflirtet“: Das ist ein bisschen übertrieben, der fünffache Majorsieger versuchte sich ja nicht gleich am Grand Slam, er hatte „bloß“ das neunte Birdie seines makellosen Auftaktumlaufs bei dieser Open Championship auf dem Putter, es wäre die erste 62er-Runde bei einem Major gewesen. Indes, der Ball aus fünfeinhalb Metern Distanz kreiste auf der Kante fast ein Mal rund ums Loch, aber fiel nicht.

So blieb es lediglich beim neuen Platzrekord für Royal Troon sowie einem „herzerweichenden“ Augenblick für den 46-jährigen Linkshänder. Und der Führung natürlich.

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„Monty“ hatte die Ehre auf Royal Troon

Zur 145. Open Championship …

Dem Lokalmatadoren gebührte der erste Schlag: Mit einem satten Eisenabschlag an den linken Rand des ersten Fairways hat Colin Montgomerie die 145. Auflage des ältesten Majors der Welt eröffnet. Eine verdiente Ehre, auch wenn Schlag Nummer zwei in einen Pottbunker ging, ist der 53-jährige Schotte doch ein echtes „Kind“ von Royal Troon, das seit 1923 zum neunten Mal die Open Championship ausrichtet.

The Open Championship 2016 at Royal Troon

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Kuhweiden-Billard gegen 200 Örtliche namens Ian

The Open Championship ist nicht nur wegen Jordan Spieths Grand-Slam-Jagd auch in den USA ein Hit. Aber das war nicht immer so …

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Walter Hagen hat mal gesagt: „Du bist nichts, wenn du nicht die Open gewonnen hast.“ Mit dieser Einschätzung befindet sich der elffache amerikanische Major-Sieger in bester Gesellschaft. Alle großen Golfer der Geschichte haben mindestens einen Open-Sieg in ihrer Palmarès. Weiterlesen

Bob Jones: „Gesicht eines Engels, Gemüt eines Wolfs“

Über den größten Golfer seiner, wenn nicht aller Zeit, den Mitbegründer von Augusta National und Masters …

Silberwaren: Bob Jones 1930 mit den Trophäen des Grand Slam. ©: mib

Kostbare Silberwaren: Robert Tyre Jones Jr. 1930 mit den Major-Trophäen seines Grand-Slam-Triumphs. ©: mib

Es gibt wohl kaum einen Sportplatz auf der Welt, der so mit einer Person verbunden ist wie Augusta National mit Bobby Jones. Wobei: Niemand nannte ihn „Bobby“ zu seiner Zeit, allenfalls Bob, zumeist war er Mr. Jones, Sir. Wie auch immer, sein Name steht für einen herausragenden Kurs und ein einzigartiges Turnier, aber zuvorderst für feinstes Golfspiel und untadeligen Sportsgeist. Genau deshalb hat der Golf-Held aus Georgia auch stets betont, dass er gar nicht die treibende Kraft hinter Augusta und dem Masters gewesen sei. Jones träumte zwar von alldem, war aber viel zu bescheiden, um sich derart hervorzutun.

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Als der „King“ das Aschenbrödel Golf wach küsste

Arnold Palmer zum 84. Geburtstag …

Es war einmal… So fangen Märchen halt an. Dies ist eins. Das Märchen von einem nicht sonderlich populären Spiel, das eher ein Nischendasein fristete denn hoffähig zu sein. Von einem Prinzen, der das „Aschenbrödel“ an die Hand nahm. Vom Rampenlicht einer neuen Glitzerwelt. Ein Dreiecksverhältnis. Das Spiel war Golf. Hof gehalten wurde im Fernsehen. Der Prinz hieß Arnold Palmer. „The King“ war die treibende Kraft bei der endgültigen Professionalisierung einer Sportart,  bei der finalen Abkehr von jeglicher Amateur-Ideologie im Spitzenbereich. Vor 53 Jahren hielt das „Big Business“ Einzug ins Golf-Universum.

Wo anders hätte das stattfinden können, als im merkantilen Amerika. Bei den Erfindern der Sportvermarktung.

Arnie dominiert das Spiel

Wir schreiben 1960: Die Ära des großen Ben Hogan läuft aus; Jack Nicklaus ist gerade mal ein Twen, pummelig und noch Amateur. Der 30-jährige Arnold Palmer hat gerade das Masters (zum zweiten Mal nach 1958) und die US Open gewonnen, mit US-Präsident Dwight D. Eisenhower in Augusta gespielt. Er ist der Golfer der Stunde – und hat sportliche Flausen im Kopf.

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Die Golfer der 50er- und 60er-Jahre: Ben Hogan (l.) und sein Nachfolger Arnold Palmer.

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„Die schrullige, aber liebenswerte Tante“

In Muirfield findet die 142. Open Championship statt …

Der Wind ist eigentlich immer im Spiel. Das Wasser als Kulisse sowieso. Oft auch als Niederschlag. Auf dem spröden Sandboden springen die Bälle Trampolin zwischen Ginster und Rispengräsern. Flach schlagen ist ein Muss, hoch gewinnen vor allem eine Frage der Witterung. „Links golf“, sagt der britische Autor David Worley, „is real golf.“ Das muss man nicht übersetzen.

Es ist Open-Championship-Woche. Die weltbesten Professionals und ihre Entourage gastieren auf dem Boden, auf dem das Spiel entstand; spielen Golf, wie es ursprünglich gemeint war. Im Ausland hat sich auch The British Open eingebürgert: Das älteste Golfturnier der Welt, im Kalender das dritte der insgesamt vier Majors eines Jahres, das einzige davon in Europa, „die schrullige, aber liebenswerte Tante“, wie der US-Kolumnist Rick Reilly es nennt – und bei den Golfpuristen das Turnier schlechthin. Weil Linkskurse für sie eh die einzig wahren Golfplätze sind.

The Claret Jug: Als Siegertrophäe der Open die begehrteste Kanne der Welt. _ _ _ Quelle: http://www.facebook.com/kylephillipsgolfcoursedesign

The Claret Jug: Als Siegertrophäe der Open die begehrteste Kanne der Welt.

Seit 1860 wird The Open Championship gespielt, zuerst nur in Schottland, ab 1894 auch auf englischem Boden, immer mit dem Finaltag am dritten Juli-Sonntag. Heuer zum 142. Mal. Neun Plätze alternieren mittlerweile als Gastgeber der Open. Klangvolle, legendäre Namen allesamt. Diesmal ist Muirfield dran auf dieser sogenannten Rota: 1891 vom Golf-Gründervater Old Tom Morris auf dem Gelände einer Pferderennbahn angelegt, im Jahr drauf schon erstmals Gastgeber und heuer zum 16. Mal. Platz drei nimmt das „Feld am Meer“, am Firth of Forth, 73 Kilometer westlich von Edinburgh, damit hinter St. Andrews (28) und Prestwick (24) auf der Rota ein.

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