Programmierte Pleonasmen

Munter wuchern die Stilblüten, auch in den Golfmedien …

Sie haben es wieder getan. Sie tun es ständig. Allen Sprachpflegern zum Trotz, und obwohl Bastian Sick als populärster Streiter wider verbale Schlampereien damit etliche Bücher und noch mehr Hallen gefüllt hat: Deutschlands Journaille pflegt fröhlich Vokabel-Schluderei und liederliche Diktion. Das gilt für sogenannte Leuchtturm-Medien wie für Nischen-Publikationen.

Oben auf der Hitliste steht fraglos „vorprogrammieren“, der Methusalem der Pleonasmen, im Duktus offenkundig so unausrottbar verankert wie „aufaddieren“, „auseinander dividieren“, „hochstilisieren“. Oder „Zukunftsperspektive“. Gerade war in Sachen Golf irgendwo mal wieder „Spaß vorprogrammiert“, neulich in der Süddeutsche Zeitung war’s ein Krach, im Focus dafür unlängst ein „Shitstorm“. Alles „vorprogrammiert“.

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Als Golfimbul den Kopf verlor

„Der Hobbit“ korrigiert die Golf-Historie …

Vergessen Sie alles, was Sie über den Ursprung des Golfspiels zu wissen glaubten. Von wegen „Gowf“ in Schottland, „Kolf“ in Holland oder „Chole“ in Belgien und Frankreich, den bislang bekannten Vorläufern, aus denen die Schotten das Spiel entwickelten, wie wir es heute kennen: Tatsächliche wurde Golf  in Mittelerde erfunden. Genauer gesagt: im Auenland. Von den Hobbits. Jawohl!

„Kopf segelte durch die Luft und fiel in ein Kaninchenloch“

Was John Ronald Reuel Tolkien schon 1937 wusste, als er seine Kinder-Schnurre „Der Hobbit“ niederschrieb, vermittelt Regisseur Peter Jackson in seinem ersten Teil des „Herr-der-Ringe“-Prequels dem ganz breiten Publikum; heute Abend feiert „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ pünktlich zum ersten Advent seine Premiere im Free-TV. Weiterlesen

Doktern an Symptomen

Zum außerordentlichen DGV-Verbandstag …

In Frankfurt geht‘s heute – mal wieder – „um die Zukunft des Golfsports in Deutschland“. Der Deutsche Golf Verband (DGV) hat für diesen 29. November einen außerordentlichen Verbandstag einberaumt und präsentiert seinen Mitgliedern etliche Anträge, um „die Golfentwicklung nachhaltig zu fördern“. Im Wesentlichen sind das:

Die Einführung einer sogenannten flexGolfCard, die es erstens schon längst gibt, landläufig als DGV-Ausweis bekannt und sehr flexibel mit mannigfaltigen Angeboten bestückbar, und die – zweitens – das hiesige Golfspiel dank der vom DGV so hübsch propagierten „Trennschärfe“ gegenüber dem DGV-Ausweis endgültig zur Zwei-Klassen-Gesellschaft geraten ließe.

Eine crossmediale Werbekampagne im Gesamtwert von 4,9 Millionen Euro brutto, viel Geld auf den ersten Blick, „Peanuts“ freilich angesichts der Zielsetzung, mit der die Laufkundschaft per TV-Spots und allerlei sonstiger Werbung von den Vorzügen des Golfspiels umschmeichelt und zu Schnupperkursen verführt werden soll. Der Claim steht schon fest: „Golf. Mitten ins Glück“. Klingt wie der Titel einer neuen Telenovela!. Na dann …

Und damit die schmusigen Sprüche und die hübschen Bilder nicht vor Ort gleich wieder ad absurdum geführt werden, bietet der DGV dem „Local Business“ eine – kostenpflichtige – Managementberatung an, denn man hat tatsächlich erkannt, „dass dem Management vor Ort für die zukünftige Golfentwicklung eine große Bedeutung zukommt“ und dass „die Veränderung im Golfmarkt das Clubmanagement vor zusätzliche neue Herausforderungen, insbesondere im Marketing, Vertrieb und Kundenmanagement“ stellt. Hört, hört!

Passion for GolfGarniert ist das Ganze mit flankierenden Maßnahmen: Bei Einführung der „flexGolfCard“ wird die Ausweiskennzeichnung mittels Hologramm abgeschafft, stattdessen wird der DGV-Ausweis sonstwie aufgewertet, wegen der „Trennschärfe“. Und die ungeliebte VcG wird entweder zum Zentralmanager der „flexGolfCard“ umgewidmet oder in den Schatten einer dafür neu gegründeten DGV-Unternehmung verbannt.

Was bedauerlicherweise nicht zur Abstimmung steht, sind die Willkommenskultur und Servicementalität allzu vieler deutscher Golfanlagen, die zeitgemäße Markt- sowie Marketing-Kompetenz und die Beratungsresistenz allzu vieler Anlagenbetreiber und – nicht zuletzt – das Selbstverständnis und die Attitüde allzu vieler Golfer…

Hier krankt der Patient in Wahrheit, alles andere ist doktern an Symptomen!

Aktualisierung: Die Werbekampagne erhielt ein positives Plazet; ab 2016 gibt’s überdies noch das Lebenshandicap 18,5, einmal erreicht, für die golferische Ewigkeit zementiert. Wenigstens bei der „flexGolfCard“ bewiesen die DGV-Mitglieder einen klaren Kopf und schmetterten den Ausweis-„Homunkulus“ mit brachialer Mehrheit ab. Dafür bleiben dem Sport das Hologramm und die VcG erhalten. Fazit des ganzen „Programm 2018“-Theaters mit Arbeitsgruppen und Roadshows: Außer Spesen nichts gewesen…

Wenn die Tage schwinden: Golf mit ureigenem Zauber

Das Spiel im Herbst, eine Schwärmerei …

Jetzt, da die Tage erkennbar kürzer geworden sind und des Nachts die Celsiusgrade beginnen, sich in den Keller zurückzuziehen, da träumen viele von fernen sonnigen Fairways. Manche gar denken schon ans Einmotten ihres Golfbestecks. Nur, weil die Jahreszeit nicht mehr eitel Freud‘ und Sonnenschein verspricht. Es ist Herbst. Wie wunderbar!

Credit: Kay Gaensler/Flickr.com

Einzigartig schön: Golf inmitten der gereiften Natur. Fotocredit: Kay Gaensler/Flickr.com

Golf im Herbst, das ist nicht bloß der Ausklang der Saison, keine Abschiedstournee über allmählich unwirtlichere Fairways. Nein, das Spiel inmitten der gereiften Natur, die fast trotzig dem nahenden Winter entgegenwirft, was ihr an Fülle und Gepränge noch möglich ist, hat seinen ureigenen Zauber. Und der macht Golf im Herbst so einzigartig schön. Weiterlesen

Linksgolf: Wie die Altvorderen das Spiel definierten

Alfred Dunhill Links Championship: Golf auf geschichtsträchtigen Schauplätzen …

Hier an Schottlands Ostküste hat wahrscheinlich alles angefangen: Irgendwo nördlich der Hauptstadt Edinburgh, auf dem Boden der Grafschaften Fife und Angus, wo an diesem Wochenende in St. Andrews, Carnoustie und Kingsbarns die Alfred Dunhill Links Championship gespielt wird. Irgendwann vor knapp 600 Jahren, als der Müßiggang mit Schläger und Ball auf den Links, den unfruchtbaren Streifen zwischen Küstenlinie und Ackerland, begann, sich zu dem zu entwickeln, was wir heute Golf nennen.

Alte Plätze sind das Fundament des Golfsports

Die alten Plätze wie der legendäre Old Course von St. Andrews oder die Links von Carnoustie sind das Fundament des Golfsports, die Stammzellen für das Wesen des Spiels. Ihre Entstehung verbindet sich mit den ganz großen, fast mythischen Namen aus der grauen Golf-Vorzeit: Old Tom Morris, der 1867 die zehn Bahnen rund um Carnousties berühmten Wasserlauf Barry Burn auf 18 Loch erweiterte und bis 1903 als „Custodian of the Links“ in St. Andrews über den Old Course wachte; James Braid, der 1926 in Carnoustie noch mal bauen ließ; Alister MacKenzie, der spätere Schöpfer von Augusta, der Old Toms Werk auf dem Old Course ab 1924 fortsetzte.

Kingsbarns

Linksgolf auf Kingsbarns: Das beste, was dieses Spiel zu bieten hat. Foto: MiB

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Millionenspiel im einstigen Drogen-Ghetto

Zum Saisonfinale auf der PGA Tour öffnet sich noch einmal das Dollar-Füllhorn über den Golf-Professionals …

Ein Haufen Geld wird am kommenden Sonntag verteilt, wenn mit der Tour Championship im East Lake Golf Club von Atlanta der diesjährige FedExCup und gleichzeitig die Saison 2013/14 der PGA Tour enden: Insgesamt 35.000.000 Dollar, in Worten fünfunddreißig Millionen, schüttet die PGA Tour mit Hilfe ihrer Sponsoren als Boni unter den besten 150 Professionals der Cup-Rangliste aus. Zum Abschluss der Spielzeit gibt’s noch mal nachgerade schubkarrenweise Kohle.

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Je besser das Loch-Ergebnis, desto größer Ihr Vogel

Zur Terminologie zwischen Abschlag und Fahne …

Ostern steht vor der Tür, und obwohl das Jahr schon einige wunderbare Golftage anzubieten hatte, fängt die Saison traditionell in diesen Tagen offiziell an. Bevor’s rausgeht auf den Platz, erzählt The FairGreen Magazine, was Golf mit der Börse zu tun hat und warum wir auf der Runde am liebsten einen Vogel haben.

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