Jimmy Walker siegt, aber Jason Day wird gefeiert

Die Nachlese zur 98. PGA Championship …

Kennen Sie Bob Rosburg und Art Wall? Vielleicht aber Billy Casper. Und ganz sicher Gary Player! Diese vier waren 1959 die Ersten, die allesamt in einem Jahr ihr erstes Major gewonnen haben. Die bislang letzten hießen 2011 Charl Schwartzel, Rory McIlroy, Darren Clarke, Keegan Bradley. Und nun, 2016, sind es Danny Willett, Dustin Johnson, Henrik Stenson sowie Jimmy Walker. Den „Erstsieger-Grand-Slam“ nannte das die European Tour, Walker war’s nach seinem Start-Ziel-Erfolg ziemlich schnuppe. „Für mich war dieser Triumph nur eine Frage der Zeit“, sagte der 37-jährige.

Jimmy Walker and the Wanamaker Trophy

Es passt freilich zur PGA Championship, dem Leichtgewicht unter den Majors, dass hernach der Zweitplatzierte beinahe mehr gefeiert wurde als der neue PGA Champion. Jason Day, Titelverteidiger und Weltranglistenerster, hatte Walker ein heißes Gefecht geliefert und im Flight vor dem Texaner mit seinem Eagle auf der 18 noch für einen der Paukenschläge gesorgt, die sich die PGA of America zur Legendenbildung für ihr Grand-Slam-Turnier so dringlich wünscht. Doch Walker ließ sich nicht nervös machen und zu Fehlern verleiten … >>>

 

 

Alles weitere zum Finaltag im Baltusrol Golf Club:

PGA-Champion Jimmy Walker: „Es war nur eine Frage der Zeit“

Die Back Nine nach dem vierten Major: Day hätte gern mitgespielt, Stenson hat schwach gespielt, Neymar versucht, Golf zu spielen. >>>

„Star-Wars“-Fan Jimmy Walker: Endlich war die Macht mit ihm!

Coach Harmon musste den Champion erst daran erinnern, „wie gut er ist“. Sieg hat auch für Caddie Andy Sanders spezielle Bedeutung.

Er guckt gern in die Sterne, nicht nur weil seine Wahlheimat Texas, der „Lone Star State“, bloß ein Gestirn im Wappen hat: Mit der 98. PGA Championship heftete sich Astronomie-Nerd und „Star-Wars“-Fan Jimmy Walker seinen ersten eigenen Majorstern an die Golferbrust und darf sich jetzt wohl zurecht „Sky-Walker“ nennen. Zumal nach dem souveränen Durchmarsch, einen Start-Ziel-Sieg beim vierten Major vollführte zuletzt Phil Mickelson 2005, stimmigerweise ebenfalls im Baltusrol Golf Club. >>>

Viel mehr zur aktuellen Auflage des vierten Majors einer jeden Saison findet sich hier:

Kaymer: „36 Loch sind ideal, für fitte Jungs kein Problem“

Allerlei von der PGA Championship: Heute wieder Gewitter, PGA „zockte und verlor“, Mickelson prophezeit Rekord, Fans entern Platz.

Stundenlang im Clubhaus abhängen, Spannung und Fokus hochhalten, dann doch die Absage: Für die Spieler sind solche Regenpausen wie gestern bei der 98. PGA Championship echte Nervenspiele. Und dann die Aussicht auf einen gestauchten Zeitplan mit einer Menge Golf hintereinander. Für Martin Kaymer freilich ist es geradezu „ideal, eventuell 36 Löcher an einem Tag zu spielen“: „Für richtig fitte Jungs kein Problem.“ Nicht zuletzt meint er auch die mentale Stärke. >>>

Jimmy Walker und Robert Streb führen die Stars an – und vor!

Allerlei von der PGA Championship: Kaymer ist zufrieden, McIlroy ist ratlos, Mickelson verlässt den Platz, Knost sucht die Fahne.

Ein bisschen verkehrte Welt vor dem „Moving Day“ dieser 98. PGA Championship: Der eine traf in zwei Runden bloß 15 Fairways und 53,5 Prozent der Grüns „in regulation“, der andere ist allenfalls schlagstatistisches Mittelmaß und verpasste bei den bisherigen drei Majors jedes Mal den Cut. Dennoch führen Jimmy Walker und Robert Streb bislang im Baltusrol Golf Club die Stars vor und jetzt das Feld ins Wochenende. Hinter den beiden Amerikanern ballen sich die Favoriten. >>>

Macht Martin Kaymer es jetzt wie der große Seve Ballesteros?

Allerlei von der PGA Championship: Rory McIlroy hämmert, Henrik Stenson klettert, „Beef“ Johnston zaubert und Rich Beem spart.

Die Hoffnung blüht wieder: Nach Martin Kaymers formidabler Auftaktrunde mit 66 Schlägen und vier unter Par bei dieser 98. PGA Championship bemühten die Statistiker flugs den Vergleich zu einem anderen Golfer aus Festlandseuropa. Sollte Kaymer im Baltusrol Golf Club tatsächlich gewinnen, dann hätte er nämlich ebenso wie vor ihm nur der legendäre Severiano Ballesteros mit spätestens 31 Jahren bereits drei Majorsiege auf dem Konto. >>>

98. PGA Championship: So gut besetzt wie nur ein Mal zuvor

Allerlei aus Baltusrol: Rory McIlroy ist motiviert, Jason Day fühlt sich leer, John Daly zeigt Flagge, Bubba Watson mag‘s süß, „Beef“ Johnston hat noch‘n Wedge.

Die Spieler loben den Platz und das anspruchsvolle, aber nicht brutale Set-up, erwarten einen deutlich „zweistelligen Siegerscore“ (Graeme McDowell) und „etliche heiße Runden mit sechs oder sieben unter Par“ (Phil Mickelson): Auch wenn die PGA Championship immer ein wenig als das Leichtgewicht unter den Majors gilt, verspricht diese 98. Auflage ein großartiges Turnier zu werden. >>>

Baltusrol: Alter Ostküsten-Adel, zeitloses Golfkurs-Design

Zweite PGA Championship, aber schon Schauplatz von sieben US Open. Anlage Baltusrol entstand auf dem Gelände eines einst ermordeten Farmers.

Die Geschichte von Baltusrol beginnt mit Mord und Totschlag. Ungefähr dort, wo heute das feudale Clubhaus thront, landwirtschaftete vor gut 180 Jahren ein gewisser Baltus Roll. Doch wie schrieb schon Schiller: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, 1831 wurde Bauer Baltus von zwei Halunken umgebracht, Peter Davis und Lycidias Baldwin vermuteten verstecktes Geld im Haus des 61-Jährigen. Heute erstreckt sich auf dem ehemaligen Farmland im nördlichen New Jersey eine andere Art Schatz, der Baltusrol Golf Club mit „Upper-“ und „Lower“-Kurs … >>>

Die PGA Championship: Das Leichtgewicht unter den Majors

Gegenüber den drei anderen Turnieren fehlt es an Faszinosum und Nimbus. Internationale Austragung und anderer Termin als Lösung?

Hand aufs Herz: Wo steht die PGA Championship auf Ihrer Liste beliebter, faszinierender, spektakulärer, schlicht großer Golf-Turniere? Bestimmt nicht vor dem Masters, der US Open und der Open Championship. Oder? Womöglich noch hinter der PLAYERS Championship und dem einen oder anderen WGC-Event?

Eins steht fest: Das von der PGA of America veranstaltete Branchentreffen gilt als Leichtgewicht unter den Majors. >>>

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Dazu Wissenswertes im Blog:

Über den Wolken: Arnie und der moderne Grand Slam

Als der „King“ das Aschenbrödel Golf wach küsste

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„Monty“ hatte die Ehre auf Royal Troon

Zur 145. Open Championship …

Dem Lokalmatadoren gebührte der erste Schlag: Mit einem satten Eisenabschlag an den linken Rand des ersten Fairways hat Colin Montgomerie die 145. Auflage des ältesten Majors der Welt eröffnet. Eine verdiente Ehre, auch wenn Schlag Nummer zwei in einen Pottbunker ging, ist der 53-jährige Schotte doch ein echtes „Kind“ von Royal Troon, das seit 1923 zum neunten Mal die Open Championship ausrichtet.

The Open Championship 2016 at Royal Troon

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Rottaler Tagebuch: Glückwunsch an Königin Josefine

Als Medialer bei der Porsche European Open in Bad Griesbach, Teil drei … 

Mein Taxifahrer ist schier aus dem Häuschen wegen dieses internationalen Golfturniers in seinem beschaulichen Kurort: „Paaascht scho‘!“ Kommt mir bekannt vor. Nicht, dass er noch vergnügt mit den Fäusten auf dem Lenkrad trommelt. Aber tatsächlich: „Finde ich richtig gut, so ‘was ist wichtig für Bad Griesbach. Wenn sich das etabliert hat, wird es noch eine Menge Leute mehr anziehen.“ Geht doch. Und: „Hier gibt‘s schon jetzt einige Gäste, die richtig Geld auf den Kopf hauen.“ Asche auf mein Journalistenhaupt, dass ich nicht „wer, wo, wie?“ nachgehakt habe.

Bernhard Langer ist unverzichtbar

Dafür bestätigt Dominik Senn die positive Einschätzung. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Relaunch der Porsche European Open und es war ein gelungener Auftakt“, diktierte der Turnierdirektor und Chef des Sportvermarkters „4Sports“ bei seiner Bilanz-Pressekonferenz den Medienleuten in die Notizblöcke.

Mit rund 25.000 Besuchern insgesamt liegt man über den Erwartungen. Weil vorsichtshalber keine formuliert wurden. Mindestens 24.500 Zuschauer oder so kamen ohnehin ausschließlich Bernhard Langers wegen. Als Beleg mag folgender aufgeschnappter Dialog gelten: „Geht‘s Ihr scho‘?“ „Jo, Langer is ja durch!“ Weiterlesen

Rottaler Tagebuch: Weiße Bälle, schwarze Boliden

Als Medialer bei der Porsche European Open in Bad Griesbach, Folge eins … 

Suzann Pettersen hat sich für „Gimme-Gate“ entschuldigt, der Aufreger des Solheim Cup ist ad acta legt, auch die Begeisterung ebbt allmählich ab: Während in den USA die 30 allerbesten Golfer der Welt momentan bei der Tour Championship im East Lake Golf Club zu Atlanta um einen randvollen Goldtopf am Ende des Saison-Regenbogens driven und putten, ist Deutschland wieder vom Golfalltag besetzt.

Zugpferd Bernhard Langer

Langer01

Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Golfern besetztes Dorf hört nicht auf… Und so weiter. Tief im Südosten der Republik, im niederbayerischen Bad Griesbach, ist der Tross der European Tour eingefallen, um die vom Sportwagen-Fabrikanten Porsche reanimierte European Open zu inszenieren.  Weiterlesen

Das Momentum, dieses flatterhafte Ding

Eine Glosse zur Psychologie im Ryder Cup …

Wer oder was so alles mitspielt bei einem Ryder Cup, nebst den jeweils zwölf Recken auf dem Golfrasen: Die heimischen Fans als 13. Mann, ein allseits im Sport bekannter Umstand; der Head-Greenkeeper, weil er den Platz nach Maßgabe des gastgebenden Kapitäns manikürt – macht 14. Und dann ist da noch dieses ominöse Momentum, das auch in den Tagen von Gleneagles inflationär oft erwähnt wird, bei dem aber nicht wirklich feststeht, auf wessen Seite es wann und wie lange steht.

Jener unmerkliche Augenblick, der beflügelt

Kümmern wir uns also, Achtung Kalauer, einen Moment um – das Momentum. In der Physik sagt Momentum etwas über die Antriebskraft oder das Drehmoment; Psychologen definieren damit die kleinste wahrnehmbare Zeiteinheit, für Menschen rund eine Achtzehntelsekunde. Im Sport ist Momentum jener oft unmerkliche Augenblick, wenn man wieder an sich glaubt, ab dem mit einmal alles wie geschmiert läuft.

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Ein Pantheon des Golfsports auf 51,2 Zentimetern

Der Claret Jug ist das Symbol für die Open Championship, das älteste Major der Golfwelt …

Fast alles richtig gemacht, Phil Mickelson. Fast! Als der US-Golfprofessional Anfang dieser Woche zur 143. Open Championship im Royal Liverpool Golf Club eincheckte, da hatte er selbstredend auch den silbernen Weinkrug im Gepäck, mit dem er 2013 in Muirfield zum „Champion Golfer of the Year“ gekürt worden war.

Der Claret Jug im Gras von Royal Liverpool: 51,2 Zentimeter pure Symbolkraft. © The Open.com

Der Claret Jug im Gras von Royal Liverpool: 51,2 Zentimeter pure Symbolkraft. © The Open.com

Ein Jahr lang durfte Mickelson den Claret Jug zuhause in die Vitrine stellen und bewundern. Mehr noch: Der Linkshänder hat die Kanne sogar benutzt. Rotwein hätten sie daheim in San Diego daraus getrunken, erzählte er, ein Freund habe eine ganze Flasche reingeschüttet. Im Claret Jug dekantiert, sollte das wohl heißen. Alles noch ok. Jetzt allerdings kommt der Fauxpas: Es sei ein Romanée-Conti von 1990 gewesen, berichtete Mickelson. Ein Roter aus dem Burgund mithin. Hoppla!

Stilsicher und perfekt wäre gewesen, aus dem Claret Jug einen Bordeaux zu kredenzen. Denn dafür sind dergleichen Kannen von jeher gedacht. Der Umstand, dass die Pulle 40.000 Dollar gekostet haben soll, macht‘s nicht wirklich besser.

Eine der berühmtesten Trophäen der Sportwelt

Die Story dahinter ist noch älter als Golf und flugs erzählt: Als Englands König Henry II. – der Vater von Richard Löwenherz, nebenbei bemerkt – am 18. Mai 1152 Eleonore von Aquitanien heiratete, gehörte zur Mitgift auch das gleichnamige Herzogtum samt seiner „Hauptstadt“ Bordeaux und sollte bis 1453 englisches Hoheitsgebiet bleiben.

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