Das Momentum, dieses flatterhafte Ding

Eine Glosse zur Psychologie im Ryder Cup …

Wer oder was so alles mitspielt bei einem Ryder Cup, nebst den jeweils zwölf Recken auf dem Golfrasen: Die heimischen Fans als 13. Mann, ein allseits im Sport bekannter Umstand; der Head-Greenkeeper, weil er den Platz nach Maßgabe des gastgebenden Kapitäns manikürt – macht 14. Und dann ist da noch dieses ominöse Momentum, das auch in den Tagen von Gleneagles inflationär oft erwähnt wird, bei dem aber nicht wirklich feststeht, auf wessen Seite es wann und wie lange steht.

Jener unmerkliche Augenblick, der beflügelt

Kümmern wir uns also, Achtung Kalauer, einen Moment um – das Momentum. In der Physik sagt Momentum etwas über die Antriebskraft oder das Drehmoment; Psychologen definieren damit die kleinste wahrnehmbare Zeiteinheit, für Menschen rund eine Achtzehntelsekunde. Im Sport ist Momentum jener oft unmerkliche Augenblick, wenn man wieder an sich glaubt, ab dem mit einmal alles wie geschmiert läuft.

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Muirfield, das schöne Biest: Linksgolf at its best

Was vom zweiten Open-Tage übrig blieb …

Es gibt Leute, die wundern sich über den Zustand des Platzes. Manche wollen sogar Regen herbeireden, damit die Bälle auf dem Turf nicht so umeinander springen. Regen gehört ja angeblich beim britischen Klima zwingend dazu. Noch‘n Klischee. So eins wie Golf als Sport für Reiche, Alte oder Frischoperierte. Oder alles gleich in Einem.

Herrschaften, das ist Linksgolf! Im schottischen Sommer. Mitte Juli!

Sommer in Schottland: Der Open-Schauplatz Muirfield vor den alten Sandstein-Häusern von Gullane.

Sommer in Schottland: Der Open-Schauplatz Muirfield vor den alten Sandstein-Häusern von Gullane.

Noch weniger Niederschlag hat‘s im Bezirk Gullane nur zu Februar und von April bis Juni. Vergessen wir mal doppelreihige Fairway-Bewässerungen, Versenkregner und all den Schnickschnack, der „moderne“ Golfplätze zu den eigentlichen Anachronismen macht. Bloß, weil sich die Bahnen anfühlen sollen wie der Flokati daheim im Wohnzimmer. In Sattgrün bitte sehr!

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Alte Fürze, Clownsköpfe und ’ne Montecristo zum Rioja

Was vom ersten Open-Tage übrig blieb …

Vor einiger Zeit hat Sandy Lyle, der Open-Champion von 1985, dem schottischen Landsmann und Senior-Tour-Debütanten Colin Montgomerie dringend angeraten, die Altherren-Runden nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: „Eine Menge der ,old farts‘ beherrschen das Spiel immer noch!“ In Muirfield ist Lyle nicht vorne dabei. Montgomerie, der zwischen 1993 und 2005 bislang unerreichte acht Mal Europas Golf-Geldadel angeführt hat, blieb schon in der Qualifikation hängen. Aber ein paar andere „alte Fürze“ ließen‘s während der ersten Runde richtig krachen. Begünstigt von einem sonnengedörrten und sowieso gutgereiften 124 Jahre alten Platz, auf dem die endlos lang ausrollenden Bälle den Schlaglängen-Nachteil der fortgeschrittenen Golf-Reife eliminieren. Und sie wissen halt, wie man Linksgolf spielt!

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