Allerlei zum Masters: Der Club, das Turnier …

Eine ge- und auch ziemlich verschlossene Gesellschaft

Bobby Jones‘ Partner Clifford Roberts übernahm 1934 als Direktor und späterer Präsident das Kommando und regierte den Augusta National Golf Club bis 1976. Der dünkelhafte New Yorker Börsianer legte das Fundament für eine erzkonservative und rigide Haltung, die den elitären Zirkel bis heute zu einer geschlossenen und auch ziemlich verschlossenen Gesellschaft macht. Wer der auf rund 300 Mitglieder limitierten Gilde beitreten darf, das wird intern ausgeguckt. Neuzugänge werden berufen. Bewerben geht gar nicht. Im Gegenteil. Derartige Dreistigkeit ist der sicherste Weg, keine Einladung zu bekommen. Bill Gates, der Microsoft-Patron, hat mal geäußert, er wäre gern dabei. Prompt wurde er für Jahre ignoriert. 2002 kam die ersehnte Post dann doch. Es wird kolportiert, Linde-AG-Chef und Ex-Auto-Manager Wolfgang Reitzle sei das einzige deutsche Mitglied. Weiterlesen

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Allerlei zum Masters: Die Anfänge …

Ein bockiges Duo macht sein Ding

Das heute als Masters zu fast mystischer Bedeutung verklärte Hochamt im Augusta National Golf Club verdankt seine Entstehung pikanterweise der Starrköpfigkeit des US-Golfverbands USGA, klimatischen Besonderheiten und der Bockigkeit von Bobby Jones und Clifford Roberts. Die Gründerväter von Augusta National wollten auf ihrem schönen neuen Platz am liebsten die US Open austragen. Die finden aber von jeher im Juni oder Juli statt – eine Jahreszeit, in der Georgia unter extrem schwüler Hitze stöhnt. Und weil die USGA partout keine Terminänderung gestatten wollte, schlug Roberts seinem Partner sinngemäß vor: „Dann machen wir halt unser eigenes Ding und laden dazu die besten Golfer, die Masters eben, ein. Ätsch, USGA!“ Das erste „eigene Ding“ stieg am 22. März 1934, irgendwann pendelte sich der Austragungstermin dann auf die erste volle Woche im April ein.

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Als der „King“ das Aschenbrödel Golf wach küsste

Arnold Palmer zum 84. Geburtstag …

Es war einmal… So fangen Märchen halt an. Dies ist eins. Das Märchen von einem nicht sonderlich populären Spiel, das eher ein Nischendasein fristete denn hoffähig zu sein. Von einem Prinzen, der das „Aschenbrödel“ an die Hand nahm. Vom Rampenlicht einer neuen Glitzerwelt. Ein Dreiecksverhältnis. Das Spiel war Golf. Hof gehalten wurde im Fernsehen. Der Prinz hieß Arnold Palmer. „The King“ war die treibende Kraft bei der endgültigen Professionalisierung einer Sportart,  bei der finalen Abkehr von jeglicher Amateur-Ideologie im Spitzenbereich. Vor 53 Jahren hielt das „Big Business“ Einzug ins Golf-Universum.

Wo anders hätte das stattfinden können, als im merkantilen Amerika. Bei den Erfindern der Sportvermarktung.

Arnie dominiert das Spiel

Wir schreiben 1960: Die Ära des großen Ben Hogan läuft aus; Jack Nicklaus ist gerade mal ein Twen, pummelig und noch Amateur. Der 30-jährige Arnold Palmer hat gerade das Masters (zum zweiten Mal nach 1958) und die US Open gewonnen, mit US-Präsident Dwight D. Eisenhower in Augusta gespielt. Er ist der Golfer der Stunde – und hat sportliche Flausen im Kopf.

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Die Golfer der 50er- und 60er-Jahre: Ben Hogan (l.) und sein Nachfolger Arnold Palmer.

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