Über den Wolken: Arnie und der moderne Grand Slam

„The King“ Palmer wollte es dem großen Bobby Jones gleich tun. Dafür machte er die PGA Championship zum vierten Major …

1960, irgendwann Ende Juni, irgendwo zwischen New York und Dublin: In einem dieser modernen Düsenflugzeuge, die neuerdings über den Atlantik jetten, räsonieren drei Männer über das ganz große Ding im Golf. So eins, wie es Bobby Jones 1930 geschafft hat. Einer der drei ist passend zu Flughöhe auf dem Höhenflug: Arnold Palmer träumt vom „The Impregnable Quadrilateral“. Vom „unbezwingbaren Viereck“, wie Bobby Jones‘ Haus- und Hof-Reporter O.B. Keeler es damals nannte, bevor er beim Bridge klaute und das Wort-Ungetüm in Grand Slam umtaufte.

Arnold Palmer:  „The King“ wollte das ganz große Ding. © MiB

Arnold Palmer: „The King“ wollte 1960 das ganz große Ding. © MiB

Weiterlesen

Advertisements

Ein Pantheon des Golfsports auf 51,2 Zentimetern

Der Claret Jug ist das Symbol für die Open Championship, das älteste Major der Golfwelt …

Fast alles richtig gemacht, Phil Mickelson. Fast! Als der US-Golfprofessional Anfang dieser Woche zur 143. Open Championship im Royal Liverpool Golf Club eincheckte, da hatte er selbstredend auch den silbernen Weinkrug im Gepäck, mit dem er 2013 in Muirfield zum „Champion Golfer of the Year“ gekürt worden war.

Der Claret Jug im Gras von Royal Liverpool: 51,2 Zentimeter pure Symbolkraft. © The Open.com

Der Claret Jug im Gras von Royal Liverpool: 51,2 Zentimeter pure Symbolkraft. © The Open.com

Ein Jahr lang durfte Mickelson den Claret Jug zuhause in die Vitrine stellen und bewundern. Mehr noch: Der Linkshänder hat die Kanne sogar benutzt. Rotwein hätten sie daheim in San Diego daraus getrunken, erzählte er, ein Freund habe eine ganze Flasche reingeschüttet. Im Claret Jug dekantiert, sollte das wohl heißen. Alles noch ok. Jetzt allerdings kommt der Fauxpas: Es sei ein Romanée-Conti von 1990 gewesen, berichtete Mickelson. Ein Roter aus dem Burgund mithin. Hoppla!

Stilsicher und perfekt wäre gewesen, aus dem Claret Jug einen Bordeaux zu kredenzen. Denn dafür sind dergleichen Kannen von jeher gedacht. Der Umstand, dass die Pulle 40.000 Dollar gekostet haben soll, macht‘s nicht wirklich besser.

Eine der berühmtesten Trophäen der Sportwelt

Die Story dahinter ist noch älter als Golf und flugs erzählt: Als Englands König Henry II. – der Vater von Richard Löwenherz, nebenbei bemerkt – am 18. Mai 1152 Eleonore von Aquitanien heiratete, gehörte zur Mitgift auch das gleichnamige Herzogtum samt seiner „Hauptstadt“ Bordeaux und sollte bis 1453 englisches Hoheitsgebiet bleiben.

Weiterlesen